Gesetzgebung & TechnologieUm die Belastung der Luft mit Schadstoffen zu senken bestimmt die Europäische Gesetzgebung strengere Abgasgrenzwerte für Diesel-LKW. Zwei der umweltschädlichsten Stoffgruppen sind dabei die Stickoxide (NOx) und die Partikelmasse (PM). Im Jahr 1990 trat die erste dieser sogen. Euronormen, die "Euronorm 0" oder einfach "Euro 0", in Kraft mit einem Grenzwert für NOx von 14,4g/kWh und für PM von 1,1 g/kWh. Der ab 2001 eingeführte Euro III – Standard setzte diese Grenzen auf 5 und 0,1 g/kWh deutlich herab. Der Euro IV – Standard, der seit dem 1. Oktober 2006 gilt, senkte die PM um weitere 80% auf 0,02 g/kWh und NOx auf 3,5 g/kWh. 2009 wird der Euro V – Standard Gültigkeit erlangen mit gleichbleibendem Wert für die PM, aber einer weiteren Herabsetzung des NOx-Grenzwertes auf 2 g/kWh. Das bedeutet, dass ein einziger Euro 0 – LKW soviel PM ausstößt wie 55 (fünfundfünfzig) mit dem Standard Euro IV. Die drastischen Herabsetzung hat die Motorenhersteller von ernstzunehmende Herausforderungen gestellt, da die Vermeidung von NOx in der Verbrennungs-Kammer mehr Partikelmasse erzeugt - und umgekehrt. Deshalb haben die Motorenhersteller zwei Technologien weiterentwickelt, um die Schadstoffreduzierung zu erreichen. Die erste wird als Abgasrezirkulation, kurz AGR, bezeichnet. Sie kühlt einen Teil des Abgases und führt es in die Verbrennungskammer zurück, um bei geringerer Temperatur zu verbrennen und so die Bildung von NOx zu reduzieren. Die Partikelmasse-Produkte werden dann mithilfe eines Partikelfilter im folgenden Abgassystem reduziert. Obwohl dieses System keine Zusatzflüssigkeit benötigt, verhindert der begrenzte Chassi-Raum der LKW eine Anwendung bei großen Motoren. Wegen der Mehrfachverbrennung der Kohlenstoffhaltigen Abgase kommt es außerdem zu geringeren Ölwechsel-Interwallen.
Die zweite Technologie ist ein Abgasnachbehandlungs-System, das Selektive Catalytische Reduktion, kurz SCR, genannt wird. In diesem System wird die Erzeugung von PM in der Verbrennungskammer des Motors gering gehalten und die NOx werden im Abgas-Strom mittels einer Hilfsflüssigkeit, "AdBlue" genannt, reduziert. Das AdBlue wird in den Abgasstrom eingesprüht und die NOx-Schadstoffe werden mit Hilfe einer chemischen Reaktion in einem Katalysator in unschädlichen Stickstoff und Wasserdampf umgewandelt. Die Vorteile dieses Systems bestehen in der Tatsache, dass der Treibstoff-Verbrauch dabei sinkt und dass die Euro V – Norm sehr einfach damit einzuhalten ist. Der AdBlue-Verbrauch beträgt typischerweise nur 4-5% des Dieselverbrauchs bei einem Euro IV-LKW und 5-6% bei einem Euro V-LKW.
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